{"id":11199,"date":"2015-09-07T16:48:00","date_gmt":"2015-09-07T14:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/theark.ch\/le-secteur-energetique-devra-sadapter-au-rechauffement-climatique-a-venir-8242\/"},"modified":"2024-09-17T18:23:22","modified_gmt":"2024-09-17T16:23:22","slug":"der-energiesektor-muss-sich-auf-die-kommende-klimaerwaermung-einstellen-8242","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theark.ch\/de\/news\/der-energiesektor-muss-sich-auf-die-kommende-klimaerwaermung-einstellen-8242\/","title":{"rendered":"Der Energiesektor muss sich auf die kommende Klimaerw\u00e4rmung einstellen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Atomausstieg wird nicht ohne Folgen f\u00fcr das Klima bleiben. Der Professor und Klimatologe <a href=\"http:\/\/www.unige.ch\/climate\/Team\/Beniston.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Martin Beniston<\/a>, der auf dem 5. nationalen Thementag Smart Energy in Sitten zu Wort kam, ist davon \u00fcberzeugt. Seiner Ansicht nach k\u00f6nnte der Energiesektor auch unter der Klimaerw\u00e4rmung leiden, mit geringeren Wassermengen in den Fl\u00fcssen und einem h\u00e4rteren Wettbewerb mit anderen Wirtschaftssektoren um die Nutzung des \u201eblauen Goldes\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die letzten Untersuchungen heben eine Beschleunigung der Klimaerw\u00e4rmung seit den 1980er Jahren hervor. Das heutige Klima von Genf ist dasselbe wie das Klima von Toulouse im Jahr 1950, und Toulouse hat heute dasselbe Klima wie Madrid 1950. \u201eEs handelt sich hier um ein konkretes Beispiel zur Veranschaulichung einer Erw\u00e4rmung um 1 Grad pro Jahrhundert\u201c, betont Martin Beniston. Ein anderes bedeutendes Ph\u00e4nomen ist der R\u00fcckgang der Gletscher, so etwa des Rhonegletschers. Dieser Gletscherschwund hat eine gr\u00f6ssere Wassermenge in der Rhone zur Folge.<\/p>\n<p>Langfristig sollte es jedoch wegen der Klimaerw\u00e4rmung zu Engp\u00e4ssen bei der Verf\u00fcgbarkeit von Wasser kommen. Es k\u00f6nnte nicht ausreichen, um bestimmte Anlagen f\u00fcr die Energieerzeugung zu betreiben. \u201eW\u00e4hrend der Hitzeperiode im Jahr 2003 hatten die franz\u00f6sischen Kernkraftwerke zum Beispiel technische Probleme bei der K\u00fchlung zu bew\u00e4ltigen. Die Wassertemperatur, die \u00fcber dem Normalwert lag, kann ebenfalls eine Herausforderung darstellen.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Unvereinbarkeit zwischen Energiestrategie und Klimaverpflichtungen<\/strong><br \/>\nWenn die 25\u00a0TWh der schweizerischen Stromerzeugung aus Kernenergie durch Gaskraftwerke ersetzt werden, w\u00fcrde der Anstieg der gesamten Gasemissionen zwischen 12 und 20\u00a0% liegen. \u201eEs besteht also eine Unvereinbarkeit zwischen den Klimaverpflichtungen (Kyoto-Protokoll) und dem Atomausstieg\u201c, so Martin Beniston.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall, dass die Kernkraft durch neue erneuerbare Energien ersetzt wird, muss man sich mit den physikalischen Grenzen (Sonne, Wind) und der stark schwankenden Energieerzeugung auseinandersetzen. Es entsteht auch ein Preisdruck, mit sinkenden Margen bei der Wasserkraft, von den Unsicherheiten der Integration in den europ\u00e4ischen Strommarkt nach der Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 einmal ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Hohes Wasserdefizit<\/strong><br \/>\nEs kommt zu einer Entwicklung hin zu feuchteren Wintern, aber trockeneren Sommern und Herbsten. \u201eDas Klima in der Schweiz wird zunehmend mediterran werden.\u201c Wir m\u00fcssen uns auf eine Erw\u00e4rmung um zwei bis vier Grad im Winter einstellen, wodurch der Schnee in der Ebene ausbleibt und die Schneemenge in 2000\u00a0m H\u00f6he um 40 bis 60\u00a0% abnimmt. Man wird mit einem hohen Wasserdefizit rechnen m\u00fcssen. \u201eDie Alpen werden der Wasserspeicher Europas bleiben, es werden jedoch Anpassungen f\u00fcr den Tourismus, aber auch den Energiesektor und die Landwirtschaft n\u00f6tig sein.\u201c<\/p>\n<p>Dies wird die Alpenregion, aber auch unsere Nachbarn betreffen. 15 Millionen Menschen sind vom Rhonegletscher \u201eabh\u00e4ngig\u201c. 50 Millionen leben im Einzugsgebiet des Rheins und 15 Millionen im Po-Gebiet. Wenn die Prognosen sich bewahrheiten, werden die Auswirkungen nicht unerheblich sein. Es ist also eine naheliegende Idee, schnell eine bessere Wasserbewirtschaftung einzuf\u00fchren, um eine gerechte Verteilung zwischen den Wirtschaftssektoren und Regionen zu gew\u00e4hrleisten.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/theark.ch\/media\/document\/0\/2-martin-beniston.pdf\">P<\/a><\/strong><a href=\"http:\/\/theark.ch\/media\/document\/0\/2-martin-beniston.pdf\"><strong>r\u00e4sentation<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Atomausstieg wird nicht ohne Folgen f\u00fcr das Klima bleiben. Der Professor und Klimatologe Martin Beniston, der auf dem 5. nationalen Thementag Smart Energy in Sitten zu Wort kam, ist davon \u00fcberzeugt. Seiner Ansicht nach k\u00f6nnte der Energiesektor auch unter der Klimaerw\u00e4rmung leiden, mit geringeren Wassermengen in den Fl\u00fcssen und einem h\u00e4rteren Wettbewerb mit anderen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[224],"tags":[],"class_list":["post-11199","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-umwelt-und-energie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11199","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11199"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11199\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38464,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11199\/revisions\/38464"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}