{"id":43883,"date":"2020-01-13T10:34:48","date_gmt":"2020-01-13T09:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/theark.ch\/news\/cockpit-energetique-pour-les-politiciens-communaux\/"},"modified":"2024-11-21T18:19:28","modified_gmt":"2024-11-21T17:19:28","slug":"cockpit-energetique-pour-les-politiciens-communaux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theark.ch\/de\/news\/cockpit-energetique-pour-les-politiciens-communaux\/","title":{"rendered":"Energie-Cockpit f\u00fcr Gemeindepolitiker"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Schweiz z\u00e4hlt rund 2200 Gemeinden. Jede von ihnen verf\u00fcgt \u00fcber eine kommunale Infrastruktur, die Strom, Erdgas, Erd\u00f6l, Treibstoffe und weitere Energietr\u00e4ger ben\u00f6tigt. Entscheidungen von Kommunalpolitikern haben denn auch grosse Bedeutung auf den landesweiten Energieverbrauch. Ein Walliser Forscherteam hat nun unter dem Namen \u2039EnergyView\u203a eine Software entwickelt, die Kommunalpolitiker bei energiepolitischen Entscheiden unterst\u00fctzt. Nach einer gut zweij\u00e4hrigen Pilotphase geht das Energie-Cockpit Anfang 2020 in den Regelbetrieb. Schweizer Gemeinden k\u00f6nnen es nutzen, um Stellen mit ineffizienter Energienutzung zu lokalisieren und Gegenmassnahmen zu beschliessen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Idee reicht fast zehn Jahre zur\u00fcck, und sie wurzelt in der kommunalpolitischen Praxis: Damals machte Arnaud Zufferey, Gemeinderat in Siders (VS) und erfahrener Energieberater, die Beobachtung, dass Kommunalpolitiker zwar viele Werkzeuge zum Energiesparen haben, dass ihnen aber oft die \u00dcbersicht fehlt, wo sie diese Werkzeuge sinnvoll einsetzen k\u00f6nnen. Dass sie dann vielleicht die Sanierung des Gemeindehauses in Auftrag geben, w\u00e4hrend die Erneuerung der Primarschule aus energetischer Sicht viel dringlicher w\u00e4re. Arnaud Zufferey \u2013 ausgebildeter Computer- und Umweltwissenschaftler \u2013 war gleichzeitig Wissenschaftler am Forschungsinstitut f\u00fcr Wirtschaftsinformatik an der Westschweizer Fachhochschule (HES-SO) Valais-Wallis. So kam es zur Entwicklung von \u2039EnergyView\u203a, einer IT-Plattform, die Kommunalpolitiker darin unterst\u00fctzt, energiepolitisch sinnvolle Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Energieverbrauch in Franken und Rappen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/energyview.ch\/fr\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EnergyView<\/a> zeigt auf, wie viel Energie eine Gemeinde f\u00fcr einzelne Geb\u00e4ude, Einrichtungen und Fahrzeuge der kommunalen Infrastruktur im letzten Jahr verbraucht hat und vergleicht diese Werte mit den beiden vorangegangenen Jahren. Kommunalpolitiker arbeiten oft ehrenatlich und verf\u00fcgen aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit nicht unbedingt \u00fcber ein vertieftes Wissen in Energiefragen. Um dieser Nutzergruppe gerecht zu werden, weist EnergyView den Energieverbrauch der kommunalen Infrastruktur nicht prim\u00e4r in Kilowattstunden aus, die f\u00fcr Nicht-Energiespezialisten mitunter schwierig einzuordnen sind, sondern in Franken und Rappen. Schliesslich ist Geld die W\u00e4hrung, mit der die Politik in aller Regel arbeitet.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWenn Gemeinder\u00e4te die Ergebnisse unserer Plattform sehen, sind sie oft \u00fcberrascht und wundern sich \u00fcber diesen oder jenen Verbrauch. Dann rufen sie den oder die Verantwortlichen zu sich \u2013 und so kommt eine Diskussion in Gang, an deren Ende im Idealfall eine sinnvolle Investition in eine energetische Massnahme steckt\u00bb, sagt J\u00e9r\u00f4me Salamin, Digitalisierungsexperte bei der CimArk SA (Sion). Diese Walliser Innovationsf\u00f6rderagentur hat die EnergyView-Plattform gemeinsam mit Wissenschaftlern des Forschungsinstituts f\u00fcr Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis und dem international t\u00e4tigen Informatikunternehmen Groupe T2i entwickelt. Das Vorhaben wurde vom Bundesamt f\u00fcr Energie als Leuchtturmprojekt unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Suche nach geeigneten Massnahmen<\/strong><\/p>\n<p>Die Plattform ging ab Herbst 2017 nach und nach in mittlerweile 40 Politgemeinden \u2013 vornehmlich im Wallis \u2013 in einen Testbetrieb. Unterdessen liegen die ersten Erfahrungen der Pilotphase, die Ende 2019 endet, vor. So zum Beispiel von der Gemeinde Saas-Fee, die EnergyView seit August 2018 einsetzt. \u00a0\u00abDie Plattform ist eine gute Sache\u00bb, sagt Fabian Kalbermatten, Leiter Dienstleistungen bei der Walliser Gemeinde. \u00abDank der Auswertungen kommt man mit den Personen ins Gespr\u00e4ch, die f\u00fcr den Energieverbrauch des Gemeindehauses, des Werkhofs oder des neuen Schulhauses zust\u00e4ndig sind. Man diskutiert mit ihnen die Gr\u00fcnde f\u00fcr die festgestellten Verbrauchs\u00e4nderungen. Und man macht sich gemeinsam Gedanken \u00fcber geeignete Massnahmen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>HRM-Daten bilden die Grundlage<\/strong><\/p>\n<p>Um den Energieverbrauch der \u00f6ffentlichen Liegenschaften und gemeindeeigenen Fahrzeuge zu ermitteln, greift die Plattform EnergyView auf Buchhaltungsdaten zur\u00fcck. Die Rechnungslegung der Schweizer Gemeinden erfolgt nach dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell (HRM), und dieses sieht eigene Konten f\u00fcr den Energieverbrauch vor. Im Rahmen des EnergyView-Projekts haben Wissenschaftler der HES-SO Valais-Wallis einen Algorithmus entwickelt, der die Energiedaten aus der HRM-Buchhaltung ausliest und benutzerfreundlich darstellt. Daf\u00fcr gen\u00fcgt es, die in einer Excel-Datei hinterlegten Buchhaltungsdaten auf die EnergyView-Plattform hochzuladen. Je detaillierter die Energiedaten in der Buchhaltung aufgeschl\u00fcsselt sind, desto detaillierter stellt EnergyView sie dar. Idealerweise kann man sie nach Verbrauchern (Schule, Werkhof, Schwimmbad, Fahrzeugflotte, usw.) und nach Energietr\u00e4gern (Strom, Gas, \u00d6l, Benzin, usw.) aufschl\u00fcsseln.<\/p>\n<p>Die Erfahrung zeigt, dass Gemeinden das Harmonisierte Rechnungslegungsmodell sehr unterschiedlich nutzen. Die Aufbereitung der Energiedaten mittels EnergyView stellte sich denn auch als aufw\u00e4ndiger heraus, als das Projektteam vorausgesehen hatte. Unterdessen meistert die Plattform den Datenexport f\u00fcr alle markt\u00fcblichen Software-L\u00f6sungen. Das Armaturenbrett weist verschiedene Kennzahlen aus: Energiekosten, Energiekosten pro Einwohner, Kosten nach Energietr\u00e4ger und deren Entwicklung \u00fcber drei Jahre hinweg.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr alle Gemeinden verf\u00fcgbar<\/strong><\/p>\n<p>Bei EnergyView werden Finanzdaten verwendet, um daraus den Energiekonsum abzuleiten. Dieses Vorgehen hat seine T\u00fccken. Denn wenn beispielsweise die Energiekosten des Hallenbades im Vergleich zum Vorjahr pl\u00f6tzlich hochschnellen, muss das nicht unbedingt am h\u00f6heren Verbrauch liegen, sondern kann ggf. auf den gestiegenen \u00d6lpreis zur\u00fcckgehen. Die Plattform versucht solche Preiseffekte durch Einbezug von Daten zu den Energiekosten zu ber\u00fccksichtigen. Dies setzt allerdings voraus, dass das System mit den entsprechenden Daten \u00abgef\u00fcttert\u00bb wird. Die Plattform hat nicht den Anspruch, den Energieverbrauch exakt auszuweisen, weil das f\u00fcr ihren Zweck nicht erforderlich sei, wie J\u00e9rome Salamin sagt: \u00abEin Gemeinderat braucht im Alltag nicht eine Genauigkeit bis hinter der Kommastelle; er braucht einen Anhaltspunkt, wo er mit seinem politischen Handeln ansetzen kann.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong> : <a href=\"https:\/\/energyview.ch\/fr\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EnergyView<\/a><\/p>\n<p><strong>Quelle<\/strong> : Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE), Dr. Benedikt Vogel (Autor)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz z\u00e4hlt rund 2200 Gemeinden. Jede von ihnen verf\u00fcgt \u00fcber eine kommunale Infrastruktur, die Strom, Erdgas, Erd\u00f6l, Treibstoffe und weitere Energietr\u00e4ger ben\u00f6tigt. Entscheidungen von Kommunalpolitikern haben denn auch grosse Bedeutung auf den landesweiten Energieverbrauch. Ein Walliser Forscherteam hat nun unter dem Namen \u2039EnergyView\u203a eine Software entwickelt, die Kommunalpolitiker bei energiepolitischen Entscheiden unterst\u00fctzt. Nach einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":43882,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[224],"tags":[],"class_list":["post-43883","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-umwelt-und-energie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43883"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43884,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43883\/revisions\/43884"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theark.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}