{"id":44539,"date":"2020-09-16T13:18:45","date_gmt":"2020-09-16T11:18:45","guid":{"rendered":"http:\/\/theark.ch\/news\/andreas-frasnelli-un-medecin-entrepreneur-qui-sengage-contre-lhypothermie\/"},"modified":"2024-11-21T18:26:36","modified_gmt":"2024-11-21T17:26:36","slug":"andreas-frasnelli-un-medecin-entrepreneur-qui-sengage-contre-lhypothermie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theark.ch\/de\/news\/andreas-frasnelli-un-medecin-entrepreneur-qui-sengage-contre-lhypothermie\/","title":{"rendered":"Andreas Frasnelli: Innovativer Arzt und Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Natischer Start-up <a href=\"https:\/\/www.frater.swiss\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">frater.swiss<\/a> \u2013 Finalist <a href=\"https:\/\/www.venturekick.ch\/frater\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venture Kick 2019<\/a> \u2013 entwickelt eine neue Technologie, die durch chemische Umwandlung auf die Temperatur der Infusionsfl\u00fcssigkeit wirkt. Ganz ohne Batterien. Diese L\u00f6sung ist insbesondere f\u00fcr Patienten, die in den Bergen oder in einer kalten Umgebung gerettet werden, von entscheidender Bedeutung. Da sie dem Risiko einer Unterk\u00fchlung ausgesetzt sind, muss ihre K\u00f6rpertemperatur so schnell wie m\u00f6glich stabilisiert werden. Ein Gespr\u00e4ch mit Dr. Andreas Frasnelli, Gr\u00fcnder und CEO des Unternehmens und Leiter der Notfallstation im Spital Visp.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seiner zerkl\u00fcfteten Topographie, umgeben von den h\u00f6chsten Gipfeln der Alpen, profitiert das Wallis von einer einzigartigen Lage in der Schweiz. Nicht zuletzt dank national und international anerkannten Fachleuten hat sich der Kanton zu einem echten Kompetenzzentrum im Bereich der Notfallmedizin und der Bergrettung entwickelt. Jeden Monat treffen wir uns mit Akteuren des Walliser Gesundheitsbereichs und stellen Unternehmer vor, welche die Medizin von morgen mitentwickeln. So etwa Andreas Fasnelli, der mit seinem Unternehmen frater.swiss wichtige Arbeit leistet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Andreas Frasnelli, wie sind Sie auf die Idee f\u00fcr Ihre L\u00f6sung gekommen?\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Angefangen hat alles im Jahr 2012, als ich f\u00fcr eine Rettungsorganisation im Engadin arbeitete. Die Temperaturen k\u00f6nnen dort mit bis zu -34 Grad sehr tief fallen. Regelm\u00e4ssig froren die Infusionsleitungen ein. Wir haben nicht einmal mehr einen Katheter gelegt, weil wir wussten, dass wir keine Injektionen verwenden konnten. Patienten mussten wir vertr\u00f6sten, indem wir ihnen erkl\u00e4rten, dass der Flug kurz sein w\u00fcrde. Aber bei einem gebrochenen Bein etwa braucht der Patient Schmerzmittel. Zu dieser Zeit begann ich \u00fcber eine L\u00f6sung nachzudenken. Diese Recherche hat mich viel Zeit gekostet. Da ich nur ein Arzt bin und nicht \u00fcber die entsprechenden technischen Kenntnisse verf\u00fcge, habe ich mein Netzwerk aktiviert. Dadurch entdeckte ich auch Organisationen zur Innovationsf\u00f6rderung wie zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/theark.ch\/de\/\" target=\"_blank\">Stiftung The Ark<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Welche Herausforderungen mussten Sie zu Beginn meistern?\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Von Anfang an erhielt ich viele positive R\u00fcckmeldungen, aber die Mehrheit der Leute sagte mir: &#8222;Das ist eine grossartige Idee. Ich kann nichts f\u00fcr Sie tun. Und vor allem, erz\u00e4hlen Sie niemandem davon, denn es existiert noch nicht.&#8220; Es gab also echtes Potenzial, aber keine Hilfe. Nach einer Nachtschicht am St. Galler Spital, wo ich damals arbeitete, unternahm ich einen letzten Versuch: Ich reichte bei InnoSuisse <a href=\"https:\/\/www.innosuisse.ch\/inno\/de\/home\/resultateundwirkung\/Publikationen\/taetigkeitsberichte-und-mehrjahresplan.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(KTI)<\/a> eine Projekteingabe ein. Dabei dachte ich: &#8222;Ich werde es noch einmal versuchen, und wenn es aber keine Hilfe gibt, werde ich alles abbrechen.&#8220; Gl\u00fccklicherweise erhielt ich einige Tage sp\u00e4ter einen Anruf, in dem ich gebeten wurde, eine Machbarkeitsstudie durchzuf\u00fchren, und mich mit einem Mentor in Verbindung zu setzen.\u202fMit Hilfe von The Ark konnte ich ein zweites Projekt bei InnoSuisse einreichen, die L\u00f6sung patentieren lassen und die Firma voranbringen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Wie gross ist der Wettbewerb in diesem Markt?\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt \u00e4hnliche L\u00f6sungen, aber sie funktionieren alle mit Batterien. Sie sind schwer und teuer, und oft ist eine spezifische Ausbildung in ihrer Anwendung erforderlich, da verschiedene Teile miteinander verbunden werden m\u00fcssen. Aus all diesen Gr\u00fcnden wollten wir eine L\u00f6sung entwickeln, die einfach zu bedienen ist, das heisst ohne Batterie oder Schulung. Unsere L\u00f6sung ist ein integraler Bestandteil der Infusionsger\u00e4te, da es sich um eine chemische Beschichtung handelt, welche die Infusionsleitungen erw\u00e4rmt. Um sich ein Bild \u00fcber den potenziellen Markt zu machen: Die Rettungsorganisation einer der gr\u00f6ssten St\u00e4dte der Schweiz nutzt j\u00e4hrlich etwa 10&#39;000 Infusionsleitungen. Davon k\u00f6nnten 20 Prozent f\u00fcr eine Thermoregulierung in Frage kommen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Wo stehen Sie aktuell?\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Damit die chemische Reaktion wirksam ist, muss man sie starten und kontrollieren k\u00f6nnen. Heute funktioniert die Inbetriebnahme, also die Erw\u00e4rmung der Fl\u00fcssigkeit mit chemischen Wirkstoffen, gut. Wir arbeiten nun daran, das chemische Reagenz in der Beschichtung zu montieren, wobei die Abmessungen einer Basiseinspritzleitung (4 mm Umfang) so weit wie m\u00f6glich beibehalten werden sollen. Mit Hilfe der <a href=\"https:\/\/www.empa.ch\/web\/empa\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EMPA<\/a> suchen wir nach einer M\u00f6glichkeit, die Temperatur der Fl\u00fcssigkeit zu kontrollieren. Um schnell einen Prototyp zu entwickeln und den besten Weg zur Herstellung unserer L\u00f6sung zu bestimmen, bem\u00fchen wir uns derzeit um weitere finanzielle Mittel.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Natischer Start-up frater.swiss \u2013 Finalist Venture Kick 2019 \u2013 entwickelt eine neue Technologie, die durch chemische Umwandlung auf die Temperatur der Infusionsfl\u00fcssigkeit wirkt. Ganz ohne Batterien. Diese L\u00f6sung ist insbesondere f\u00fcr Patienten, die in den Bergen oder in einer kalten Umgebung gerettet werden, von entscheidender Bedeutung. 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