{"id":8299,"date":"2024-01-09T16:35:00","date_gmt":"2024-01-09T15:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/theark.ch\/electrique-jusque-dans-les-airs-11269\/"},"modified":"2024-09-17T18:17:11","modified_gmt":"2024-09-17T16:17:11","slug":"elektrisch-bis-in-den-himmel-und-wieder-zurueck-11269","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theark.ch\/de\/news\/elektrisch-bis-in-den-himmel-und-wieder-zurueck-11269\/","title":{"rendered":"Elektrisch bis in den Himmel und wieder zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Unternehmen Dufour Aerospace mit Sitz in Visp und D\u00fcbendorf arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung seiner neuartigen elektrischen Flugzeuge. \u00dcber 50 Ingenieure aus aller Welt tragen dazu bei, dass dieses Ziel immer n\u00e4her r\u00fcckt. Im Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rt CEO Thomas Pfammatter, welche H\u00fcrden das Jungunternehmen auf diesem Weg noch nehmen muss und wie gross die Chance ist, dass es den Durchbruch tats\u00e4chlich schaffen wird.<\/strong><\/p>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/www.dufour.aero\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dufour Aerospace<\/a>, das von Anfang an von der Stiftung The Ark begleitet wurde,\u00a0hebt die Luftfahrttechnik auf ein neues Level. Das Unternehmen mit Walliser Wurzeln arbeitet an verschiedenen Modellen eines elektrischen Flugger\u00e4ts, das schweben kann und gleichzeitig effiziente Reisen erm\u00f6glicht. \u00abWir verbinden die Vorteile eines Helikopters mit den Vorteilen eines Flugzeugs\u00bb, erkl\u00e4rt CEO Thomas Pfammatter im Gespr\u00e4ch. Konkret entwickelt Dufour Aerospace sogenannte Tilt-Wing-Flugzeuge \u2013 Flugger\u00e4te also, die senkrecht starten und landen k\u00f6nnen. Woher kommt die Motivation, in diesen Bereich zu investieren? \u00abDas ist eine gute Frage\u00bb, antwortet Pfammatter lachend. Neben dem Zufall, seiner Arbeit als Helikopterpilot, der Leidenschaft f\u00fcr die Kunstfliegerei, die ihn und die anderen Mitgr\u00fcnder verbindet, habe auch die \u00f6kologische Komponente eine Rolle gespielt.<\/p>\n<p>Pfammatter stellt die Frage: \u00abWeshalb viel Treibstoff verbrauchen, wenn das Fliegen auch elektrisch m\u00f6glich ist?\u00bb Als urspr\u00fcngliche \u00abPistonheads\u00bb, wie er sich und seine Partner spasshaft mit der englischen Bezeichnung f\u00fcr \u00abKolbenk\u00f6pfe\u00bb bezeichnet, seien sie inzwischen immer mehr von \u00f6kologischen \u00dcberlegungen gepr\u00e4gt. Jeden Tag, den er als Pilot in der in der Luft sei, k\u00f6nn er von oben beobachten, wie sich die Welt ver\u00e4ndert, wie die Gletscher immer mehr wegschmelzen. Das lasse sich nicht von der Hand weisen. \u00abWir sind aber keine Fundis und glauben nicht an Verbote. Vielmehr glauben wir, dass es mit Technologie m\u00f6glich ist, \u00f6kologische Ver\u00e4nderungen zu bewirken. Wir haben die Technologie bereits heute. Es braucht aber Geld, es braucht Investitionen.\u00bb<\/p>\n<p>\n<strong>Spassprojekt mit kommerziellem Potenzial<\/strong><\/p>\n<p>Den Beginn der jungen Unternehmensgeschichte von Dufour Aerospace markierte die Entwicklung eines eigenen elektrischen Kunstflugzeugs, des sogenannten Aero1. Dieses auf die Kunstfliegerei ausgerichtete Flugger\u00e4t wurde 2016 pr\u00e4sentiert \u2013 und kurz darauf die Aktiengesellschaft gegr\u00fcndet. \u00abZun\u00e4chst als Spassprojekt initiiert, haben wir im Lauf der Entwicklung erkannt, dass f\u00fcr elektrische Senkrechtstarter durchaus auch ein kommerzielles Potenzial vorhanden ist.\u00bb Aero1 dient heute als Testflugger\u00e4t, steht auf dem Flugplatz in Raron und wird bei Bedarf weiter optimiert. Das hybride Kunstflugzeug von Dufour Aerospace lieferte die Basis f\u00fcr die beiden Nachfolgemodelle Aero2 und Aero3, die aktuell in Entwicklung sind und dereinst entweder unbemannte oder bemannte Optionen auf dem Markt bieten sollen. \u00a0<\/p>\n<p>Beim Aero 2 handelt es sich um eine etwas kleinere Version von gut sechs Metern L\u00e4nge. Aus der Umsetzung dieses unbemannten Modells will man weiter lernen. \u00abDie Kosten der Entwicklungszyklen sind bei kleineren Flugzeugen logischerweise tiefer. Bei gleichem Outcome.\u00bb Aktuell steht beim Aero2 der Bau der Vorserienversion an \u2013 2024 sollen bis zu sechs Exemplare realisiert werden, wovon einige bereits an Kunden verkauft werden konnten. Die Teile f\u00fcr den Bau treffen laut Pfammatter derzeit laufend ein, von der Zelle \u00fcber die Fl\u00fcgel bis hin zu den Bordcomputern. \u00abBereits im M\u00e4rz soll das erste Exemplar bereit sein\u00bb, benennt er den n\u00e4chsten Meilenstein. Nebenbei wird auch noch eine kleinere Version von Aero 2 entwickelt: der AeroMini. Dieser ist rund 2 Meter lang und kann demn\u00e4chst in Visp in Kleinserien zusammengebaut werden.<\/p>\n<p>\n<strong>Bemanntes Flugzeug als Kr\u00f6nung<\/strong><\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rte Fernziel soll schliesslich die Markteinf\u00fchrung des gr\u00f6sseren Bruders sein. Mit Aero3 will Dufour Aerospace dereinst ein bemanntes elektrisches Flugzeug f\u00fcr Passagierfl\u00fcge auf den Markt bringen. \u00abDas setzt nochmals h\u00f6here Zertifizierungsstufen voraus als bei den unbemannten Modellen. Die Lehren, die wir aus Aero2 ziehen, helfen direkt bei der Entwicklung mit\u00bb, sagt CEO Pfammatter. Bei Aero3 steht bereits das Basisdesign, es muss aber noch verifiziert werden. Er hoffe, dass es im n\u00e4chsten Jahr soweit sein wird \u2013 danach k\u00f6nnen die Tests \u00abzu allen m\u00f6glichen Fragen\u00bb beginnen. W\u00e4hrend er bei den unbemannten Flugger\u00e4ten von Dufour Aerospace beispielsweise Eins\u00e4tze bei der Brandbek\u00e4mpfung oder Transporte von heiklen G\u00fctern als Einsatzm\u00f6glichkeiten hervorhebt, sieht er bei Aero3 beispielsweise Ambulanztransporte als denkbare Option.<\/p>\n<p>Damit das Start-up seine Ziele erreicht, arbeiten inzwischen 55 Spezialisten f\u00fcr Dufour Aerospace. Bis auf eine Handvoll Mitarbeitende sind praktisch alle ausgebildete Ingenieure aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Flugphysik, Elektroantrieb, Simulation, Software, Design oder Qualit\u00e4tskontrolle. Beide Unternehmensstandorte wachsen parallel, aktuell aber etwas schneller in D\u00fcbendorf. \u00abGut 40 Personen arbeiten in Z\u00fcrich, rund zehn in Visp, wo vor allem Themen wie Flugphysik, Flugcomputer und Tests von Komponenten bearbeitet werden\u00bb, so Pfammatter. \u00abWir sind eine spannende Truppe. Ein Mix aus erfahrenen Aviatik-Experten und jungen ETH-Ingenieuren.\u00bb Geredet wird vorwiegend Englisch. Kein Wunder, schliesslich stammen die Mitarbeitenden aus 18 unterschiedlichen Nationen.<\/p>\n<p>\n<strong>Finanzierung als gr\u00f6sster Stolperstein<\/strong><\/p>\n<p>Der Standort Wallis sei f\u00fcr Dufour Aerospace keine zwingende Voraussetzung, sondern viel mehr der Herkunft der K\u00f6pfe hinter dem Unternehmen geschuldet, so Pfammatter. \u00abHier haben wir unsere Wurzeln.\u00bb Es freut ihn umso mehr, dass sich das Kanton immer mehr zu einem Fixpunkt auf der Landkarte der Luftfahrtbranche entwickelt. \u00abMan muss bedenken, dass im Wallis mit <a href=\"https:\/\/h55.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H55<\/a> aus Sitten und uns gleich zwei Unternehmen existieren, die in der Welt der modernen Elektrofliegerei eine Rolle spielen. Solch eine Konstellation gibt es sonst nirgends auf der Welt auf so engem Raum\u00bb, betont er. Die beiden Unternehmen haben derzeit keine direkten Ber\u00fchrungspunkte \u2013 bei H55 liegt der Fokus auf Antriebssystemen. Einen gemeinsamen Nenner gibt es aber trotzdem. Auch bei der Gr\u00fcndung von H55 hatten Pfammatter und sein Kollege Dominique Steffen ihre Finger im Spiel.<\/p>\n<p>Auf die Frage, wo Dufour Aerospace in zehn Jahren im Idealfall stehen wird, gibt es laut Pfammatter nur zwei Optionen: \u00abEntweder unsere Flugger\u00e4te sind in der Luft oder es gibt uns nicht mehr.\u00bb Realistisch sch\u00e4tzt er die Chancen, den grossen Durchbruch tats\u00e4chlich zu schaffen, mit 1 zu 10 ein. Vor allem die Finanzierungsfrage stelle eine grosse Herausforderung dar. \u00abBis ein Flugzeug wie Aero3 abheben kann, braucht es hunderte Millionen Franken. Zahlreiche Finanzierungsrunden sind n\u00f6tig. Auf jeder Stufe muss man sich neu beweisen und neue Investoren finden.\u00bb Aktuell habe man einige spannende Investoren an Bord. Die meisten aber von ausserhalb der Schweiz, was Pfammatter bedauert. \u00abIn der Schweiz und auch in Europa sind wir eher risikoavers. Diese Haltung ist leider einer der gr\u00f6ssten Wirtschaftshemmer.\u00bb Davon l\u00e4sst sich er jedoch nicht beeindrucken: Im Moment blickt Pfammatter der n\u00e4chsten Finanzierungsrunde zuversichtlich entgegen.<\/p>\n<p>\n<strong>Quelle: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.wlog.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WLOG<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Unternehmen Dufour Aerospace mit Sitz in Visp und D\u00fcbendorf arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung seiner neuartigen elektrischen Flugzeuge. \u00dcber 50 Ingenieure aus aller Welt tragen dazu bei, dass dieses Ziel immer n\u00e4her r\u00fcckt. 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