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28. September 2026

mit unterstützung von the ark entwickeln zwei junge agronomen einen traubenvollernter

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zum ersten mal hat einen traubenvollernter die steilen weinberge des wallis befahren. zwei junge agronomen aus dem oberwallis, luc mounir und elias elmiger, haben diese maschine, die normalerweise in flachem gelände eingesetzt wird, so angepasst, dass sie auch auf den steilen hängen des kantons eingesetzt werden kann. dieses innovative projekt, das derzeit für zwei jahre getestet wird, wird insbesondere von cimark sa und der stiftung the ark begleitet. jelena kalbermatten, journalistin beim walliser bote, hat die beiden unternehmer an einem testtag begleitet, den wir im folgenden für sie zusammenfassen.

im weinberg von varen bewegt sich eine graue raupenmaschine langsam zwischen den rebzeilen voran, gesichert durch ein windensystem, das es ihr ermöglicht, die steilen hänge sicher hinabzufahren. an bord sitzen abwechselnd luc mounir (24) und elias elmiger (25). dank der am vorderen ende der maschine angebrachten rüttelstangen werden die rebstöcke in schwingung versetzt: die trauben lösen sich, fallen auf ein auffangsystem und gelangen über ein förderband in einen sammelbehälter.

dieser erntemaschinentyp wird in den flachen weinbergen deutschlands oder frankreichs weit verbreitet eingesetzt. doch ihr einsatz in den steilen weinbergen des wallis stellt eine kleine revolution dar. bislang war in der schweiz nur eine einzige maschine dieser art im einsatz, und zwar in zürich.

eine idee, die im ausland entstand

in neuseeland, wo beide berufliche aufenthalte absolvierten, entdeckten die beiden agronomen die mechanisierten erntesysteme. zurück im wallis gründeten sie ihr unternehmen valagri sàrl und stürzten sich mit unterstützung des kantons und mehrerer organisationen in das abenteuer. die anschaffung der maschine stellt für die beiden jungen unternehmer dennoch ein grosses finanzielles risiko dar.

ihr projekt wird derzeit im rahmen eines zweijährigen programms getestet, unterstützt vom landwirtschaftsamt des kantons wallis, der stiftung the ark und cimark.

unverzichtbare technische anpassungen

um in den walliser rebzeilen fahren zu können, musste die maschine umgebaut werden. luc mounir und elias elmiger suchten zunächst nach einem hersteller, der das gerät mit einem windensystem anbot – der einzige weg, um die steilen hänge befahrbar zu machen. das prinzip ähnelt dem der pistenraupen im winter.

eine weitere herausforderung: die maschine ist für reihenabstände von mindestens 1.80 metern ausgelegt, während viele walliser parzellen dichter bepflanzt sind. die beiden jungen unternehmer haben den traubenvollernter daher auf ein älteres, aber schmaleres raupenfahrwerk montiert und die breite der konstruktion reduziert. „so gewinnen wir auf jeder seite entscheidende zentimeter“, erklärt luc mounir. das ergebnis: die maschine kann nun bereits bei einem reihenabstand von nur 1.60 metern arbeiten.

drei wochen feldtests

drei wochen lang testeten die beiden unternehmer ihre maschine in verschiedenen walliser weinbergen, von den familienparzellen der mounirs bis hin zu lohnarbeiten für andere winzer. das interesse der branche ist offensichtlich: bei den vorführungen kommen zahlreiche winzer, um sich zu informieren, und bieten ihre parzellen für versuche an.

für die beiden gründer geht es nicht darum, die handarbeit vollständig zu ersetzen oder die kosten um jeden preis zu senken – entsprechende daten werden im rahmen der zweijährigen machbarkeitsstudie erhoben. der hauptvorteil liegt in der flexibilität. mit der globalen erwärmung verengt sich das optimale erntefenster. die maschine ermöglicht ein schnelles eingreifen, auch nachts, um die trauben vor der hitze zu schützen. wo ein grosses team von erntehelfern einen halben tag benötigt, erledigt die erntemaschine die arbeit mit minimalem personalaufwand – ein nicht zu unterschätzender vorteil, da es immer schwieriger wird, saisonarbeitskräfte zu finden.

eine ermutigende, aber differenzierte bilanz

das bedienen der maschine, die an die winde angeschlossen ist, erfordert ständige konzentration, um beschädigungen an benachbarten rebstöcken zu vermeiden. „am anfang war es wirklich anstrengend, man musste tausend dinge gleichzeitig im auge behalten“, erzählen die beiden gründer.

nach drei wochen dauereinsatz zieht das duo eine erste realistische bilanz: nicht alle weinberge eignen sich für diese art der ernte. neben dem reihenabstand ist der verfügbare platz für manöver am ende der parzelle entscheidend. während sich viele weisse rebsorten gut für eine schonende lese eignen, hingen widerstandsfähigere sorten wie merlot oder petite arvine in diesem jahr aufgrund der trockenheit sehr fest am rebstock, was die lese erschwerte. eine weitere einschränkung, die anfangs unterschätzt wurde: nach jedem erntetag ist eine gründliche reinigung der maschine von anderthalb stunden erforderlich, um zu verhindern, dass rückstände von einer parzelle zur nächsten transportiert werden.

es bleibt abzuwarten, ob sich dieses modell in grösserem umfang als dienstleistung für die walliser winzer durchsetzen wird. die nächsten analysen werden hier klarheit schaffen. doch ein erster schritt ist getan und eröffnet eine neue option für die zukunft des walliser weinbaus.

quelle: originalartikel „wenn die maschine den rebberg erobert“, veröffentlicht am 18.09. im walliser bote, von jelena kalbermatten.

bildnachweis: pomona.ch – daniel berchtold