Tausende von Flaschen einzeln auf ein Abfüllband zu laden, ist der mühsame Alltag vieler Weinkellereien und Brauereien. Dank eines von der Stiftung „The Ark“ unterstützten Pilotprojekts hat das KMU Oppletis mit Sitz in Saint-Maurice einen kompakten und flexiblen Entpalettierroboter entwickelt. Seit dem Frühjahr 2026 läuft diese Lösung auf Hochtouren bei der Cave du Rhodan in Salquenen und beweist, dass eine solche Anlage sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich rentabel für mittlere Produktionsraten ist.
Bislang gab es keinen automatischen Entpalettierer, der für die bescheidenen Durchsatzmengen kleiner und mittlerer Wein- oder Brauereien geeignet war. Die auf dem Markt erhältlichen Anlagen sind zu sperrig und für die beengten Platzverhältnisse in den Kellern kaum geeignet. Diese Feststellung veranlasste Oppletis, bereits 2020 mit der Entwicklung dieser Lösung zu beginnen.
„Das Entpalettieren ist eine sich wiederholende Arbeit, und ich wollte kein qualifiziertes Personal dafür einsetzen. Es war daher klar, dass ich eine Lösung finden wollte“, erklärt Olivier Mounir, Leiter der Kellerei „Cave du Rhodan“. Oppletis hat diesen Bedarf erkannt und einen Roboter entwickelt, der auf einem kollaborativen Arm vom Typ Universal Robot UR20 basiert und mit einem intern entwickelten Greifer sowie einem System zur automatischen Erkennung von Flaschen und Paletten ausgestattet ist.
Kompaktheit, Flexibilität und Autonomie
Drei Kriterien bestimmten die Entwicklung der Maschine. „Wir haben uns zunächst für ein System entschieden, das für alle Arten von Brauereien und Weinkellereien geeignet ist. Das heißt, es muss flexibel sein und sich leicht an verschiedene Flaschentypen anpassen lassen, ohne dass ein Werkzeugwechsel erforderlich ist“, erläutert Camille Pignat, Geschäftsführerin von Oppletis.
Der Platzbedarf bleibt minimal – ein wesentlicher Vorteil in oft beengten Räumlichkeiten. Der Roboter übernimmt zudem völlig autonom das Entfernen der Zwischenlagen. „Der Bediener stellt die Palette auf, entfernt die Schutzhülle und startet den Roboter. Die gesamte Palette wird entpalettiert“, erläutert die Geschäftsführerin von Oppletis. Die Maschine wurde für Durchsatzraten von bis zu 3.000 Flaschen pro Stunde konzipiert. Im Weinkeller „Cave du Rhodan“ läuft sie derzeit mit etwa 1.800 Flaschen pro Stunde.
Ein doppelter Mehrwert: wirtschaftlich und menschlich
Für Olivier Mounir spielte bei der Entscheidung, dieses Pilotprojekt aufzunehmen, nicht nur finanzielle Kriterien eine Rolle. „Es war nicht nur eine wirtschaftliche Komponente der Entscheidung, sondern auch eine soziale, mit ergonomischen Aspekten und der Entlastung der Mitarbeiter von diesen Aufgaben“, betont er.
Die finanzielle Unterstützung durch die Stiftung The Ark war entscheidend für die Umsetzung dieses Testbetriebs unter realen Bedingungen. „Wir sind dankbar, dass die Stiftung The Ark diese Mission ebenfalls unterstützt hat, damit dieses Pilotprojekt ins Leben gerufen werden konnte“, betont Olivier Mounir.
Ein einsetzbares Modell – zum Kauf oder zur Miete
Der Roboter ist heute voll einsatzfähig und bereit, anderen Kunden angeboten zu werden, sei es in der Weinbranche, in Brauereien oder bei Saftherstellern. Oppletis setzt insbesondere auf ein Mietmodell, das für Unternehmen mit punktuellem Bedarf konzipiert ist.
Dieses Pilotprojekt veranschaulicht, wie die Unterstützung durch die Stiftung The Ark es innovativen Walliser KMU ermöglicht, Ideen in konkrete, getestete und sofort in der Praxis einsetzbare Lösungen umzusetzen.
Auf einen Blick
gesamtbetrag des projekts: ca. chf 85’000.-
Von der Stiftung The Ark investierter Betrag: chf 15’000.-
Projektdauer: 6 Monate (Oktober 2025–März 2026)
Partner: Oppletis, Cave du RhodanEntdecken Sie dieses Projekt im Video