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industrie
16. April 2026

SmartPick.ai: Automatisierung im Dienst der Wettbewerbsfähigkeit der Walliser Industrie fördern 

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Die Stiftung The Ark unterstützt das Projekt SmartPick.ai, das die Entwicklung einer intelligenten Plattform zur Verbesserung der Leistung automatisierter Maschinen zum Ziel hat. Angesichts des Mangels an qualifizierten Fachkräften und der zunehmenden Komplexität industrieller Anlagen schlägt dieses Projekt eine Lösung vor, die Robotik, Industrial IoT (industrielles Internet der Dinge) und künstliche Intelligenz kombiniert, um die Produktion zu optimieren. Gestützt auf einen konkreten Anwendungsfall – robotisierte Pick-&-Place-Zellen – soll das Projekt auch dazu beitragen, im Wallis ein Ökosystem rund um fortschrittliche Automatisierung, Industrial IoT und auf Maschinen angewandte künstliche Intelligenz zu strukturieren. Erste Ergebnisse werden bis Anfang 2027 erwartet.

Seit mehreren Jahrzehnten versucht ein grosser Teil der verarbeitenden Industrie, seine Wettbewerbsfähigkeit durch die Verlagerung der Produktion in Länder mit niedrigen Lohnkosten zu erhalten. Auch die Schweiz ist dieser Dynamik nicht entgangen, was zu einer schrittweisen Erosion des lokalen Produktions-Know-hows und zu einer stärkeren Abhängigkeit von Importen geführt hat.

Heute stösst dieses Modell an seine Grenzen. Die Anfälligkeit der Lieferketten, die steigenden Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit sowie der Mangel an qualifizierten Fachkräften zwingen die Industrieunternehmen dazu, ihr Modell neu zu denken. Der nächste Schritt besteht nicht mehr darin, die Produktion zu verlagern, sondern die Wettbewerbsfähigkeit dank Automatisierung und Robotisierung neu zu erfinden. Nach der Verlagerung besteht der nächste Schritt für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in der Automatisierung: lokal produzieren, mit leistungsfähigeren und flexibleren Systemen. Entscheidend ist nun, Maschinen und ihre Daten besser zu nutzen, um Prozesse zu stabilisieren und die industrielle Leistung zu verbessern.

Eine Antwort auf die Herausforderungen der Automatisierung

Moderne automatisierte Maschinen, insbesondere robotisierte Pick-&-Place-Zellen, wie sie in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie eingesetzt werden, integrieren eine Vielzahl von Sensoren: Bildverarbeitung, Drehmomentmessung, Überwachung von Geschwindigkeit und Position, Kontrolle von Druck und Vakuum sowie Temperaturüberwachung. Diese Anlagen erzeugen kontinuierlich eine grosse Menge an Informationen über das Funktionieren der Maschine und über die Stabilität des Prozesses.

In der Praxis werden diese Daten jedoch nur selten systematisch genutzt. Genau hier setzt das Projekt SmartPick.ai an: Sie sollen verwendet werden, um das Verhalten der Maschinen besser zu verstehen und Leistungsabweichungen früher zu erkennen. Ziel ist es, die Taktzeiten zu stabilisieren, Ausschuss zu reduzieren und ungeplante Stillstände zu begrenzen, während die Bediener dabei unterstützt werden, schneller und effizienter einzugreifen.

Ein Projekt mit zwei sich ergänzenden Schwerpunkten

Das Projekt SmartPick.ai gliedert sich in zwei sich ergänzende Schwerpunkte. Der erste besteht darin, die Plattform SmartPick.ai anhand eines Demonstrators auf Basis einer robotisierten Pick-&-Place-Zelle zu entwickeln und zu testen. Dieser Prototyp wird es ermöglichen, die Algorithmen der künstlichen Intelligenz zu validieren, verschiedene Ausfallszenarien zu testen und die Benutzeroberfläche unter Bedingungen zu optimieren, die dem industriellen Betrieb nahekommen.

Dieses Pilotprojekt stellt zudem eine Chance dar, die Zusammenarbeit rund um fortschrittliche Automatisierung im Wallis zu stärken. Ein zweiter Schwerpunkt zielt daher darauf ab, das im Bereich Industrial IoT und industrielle KI aktive Walliser Ökosystem zu kartieren und zu mobilisieren. Dieser Ansatz wird es ermöglichen, die betroffenen Industrieunternehmen, die Technologieanbieter sowie die im Kanton vorhandenen akademischen und Forschungsakteure zu identifizieren, um ihre Bedürfnisse und ihren Reifegrad besser einzuordnen, prioritäre Anwendungsfälle herauszuarbeiten und eine Roadmap für die Einführung auf Kantonsebene zu strukturieren.

Eine industrielle und akademische Zusammenarbeit

Das Projekt vereint mehrere sich ergänzende Partner. Pick Place, ein auf robotisierte Systeme spezialisiertes Unternehmen, steuert die Entwicklung des Demonstrators und koordiniert das Gesamtprojekt. Das in Fully ansässige Unternehmen bringt seine Expertise in Robotik und in der Integration automatisierter Systeme ein.

Mehrere Technologie-KMU tragen ebenfalls zur Entwicklung der Lösung bei. ACP Engineering und Idletechs bringen ihre Kompetenzen in der Analyse industrieller Daten und in künstlicher Intelligenz ein, während B&R Industrial Automation seine Expertise im Bereich Steuerungs- und Automatisierungssysteme zur Verfügung stellt.

CimArk wird zur Belebung des Ökosystems und zur Identifikation prioritärer Anwendungsfälle im Walliser Industriegefüge beitragen. Seine Rolle wird auch entscheidend sein, um den Technologietransfer in andere Industriesektoren über Pick & Place hinaus sicherzustellen.

Konkrete regionale wirtschaftliche Auswirkungen

Über den anfänglichen Anwendungsfall der Pick-&-Place-Roboter hinaus ebnet das Projekt den Weg für einen breiteren Einsatz industrieller KI-Lösungen im Walliser Wirtschaftsgefüge. Die im Rahmen des Projekts erarbeitete Roadmap wird es ermöglichen, weitere prioritäre Bereiche – Verpackungsmaschinen, Präzisionsmontagelinien oder kontinuierliche Industrieprozesse – zu identifizieren und ihr Einführungspotenzial in den kommenden Jahren zu untersuchen.

Das 2026 gestartete Projekt wird bis Anfang 2027 laufen. Erste Ergebnisse des Demonstrators sowie die Roadmap für die Entwicklung dieser Ansätze werden bis Ende 2026 erwartet.


Kurzüberblick

Gesamtbetrag des Projekts: CHF 425’920.–
Von der Stiftung The Ark investierter Betrag: CHF 196’400.–
Dauer des Projekts: Januar 2026 – Frühling 2027
Partner: Pick Place, Idletechs, ACP Engineering, B&R Industrial Automation, CimArk